24.04.2008 Forum Migration-Integration-Erwachsenenbildung

24.04.2008 – Bericht zum Forum Migration – Integration – Erwachsenenbildung

migration - 24.04.2008 Forum Migration-Integration-Erwachsenenbildung
01 - 24.04.2008 Forum Migration-Integration-Erwachsenenbildung
03 - 24.04.2008 Forum Migration-Integration-Erwachsenenbildung
Dr. Ergert, IDEUM
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essen - 24.04.2008 Forum Migration-Integration-Erwachsenenbildung
Robert Reithofer, ISOP

Migration – Integration – Erwachsenenbildung

Ein runder Tisch mit vielen Ecken

Migration ist nicht nur im städtischen Raum ein großes Thema, sondern zunehmend auch in ländlichen Regionen. Das Bildungsnetzwerk Steiermark hatte in Kooperation mit Stadtgemeinde Judenburg, Urania Steiermark und dem Europahaus Neumarkt zum Forum „Migration-Integration-Erwachsenenbildung“ eingeladen.

Bildungseinrichtungen und Institutionen der Region diskutierten mit ExpertInnen die Möglichkeiten, Problematiken und Perspektiven der Migration in der Region Oberes Murtal.

Für Dr. Reiner Münz, Experte auf dem Gebiet der Bevölkerungsentwicklung, ist die Prognose für Österreich eindeutig: „Unsere einheimische Bevölkerung altert und wird schrumpfen. Es stellt sich nicht die Frage ob Österreich Einwanderungsland ist, sondern vielmehr, wie wir mit dieser Tatsache umgehen.“

„Auch wird es in Zukunft nicht darum gehen, ob der Islam in Europa praktiziert wird, sondern wie“, weiß Dr. Hannes Galter (Urania Steiermark). Zuwanderung führt zu einer „bunteren Gesellschaft“ und wir haben uns damit auseinander zu setzen, welche Grundwerte und Regeln eine solche Gesellschaft von morgen benötigt.

Mag. Grete Dorner (Bildungsnetzwerkes Steiermark) betont die Bedeutung, die Weiterbildung bei allen Integrationsprozessen einnimmt. Hier sind aber nicht nur MigrantInnen, sondern alle Menschen im direkten und indirekten Umfeld, in dem Integration stattfinden soll angesprochen. In diesem Sinne plädiert Frau Dr. Ergert (Ideum) auch für eine Optimierung in der LehrerInnen- und TrainerInnen-Ausbildungen.

Es herrscht Einigkeit darüber, dass es gesellschaftspolitisch notwendig ist, das menschliche, das fachliche, und das intellektuell Potential seiner MigrantInnen mit dem Schlüssel der sprachlichen Kompetenz zu öffnen.

Nachdem die Problematik bekannt ist, dass Asylwerber oftmals jahrelang ohne Zugang zu entsprechenden Deutschkursen in Österreich leben, wurde die Aufforderung von Günther Bauer, dem Vertreter des steirischen Flüchtlingsreferates, besonders erfreut aufgenommen: „Für Förderungen und finanzielle Unterstützung auf dem Gebiet der Integration von Flüchtlingen können Projektanträge an das Flüchtlingsreferat des Landes Steiermark gestellt werden.“

Das Land Steiermark richtete im Dezember 07 eine eigene Integrationsplattform ein. Robert Reithofer (ISOP): „Ziel der Plattform ist, nachhaltige Prozesse zu entwickeln, die von allen Regierungsmitgliedern mitgetragen und umgesetzt werden.“

Engagierte Einzelpersonen und Einrichtungen arbeiten im Oberen Murtal bereits intensiv im Themenbereich Integration und Migration. Ob mobile Betreuung, Angebote für Deutsch- und Integrationskurse oder Beratungsleistungen – im Zusammenwirken, dem Informationsaustausch und der Kooperation liegt die Zukunft für erfolgreiche Integrationsarbeit. Dieses Forum war ein erster Schritt zur gemeinsamen Schaffung der Voraussetzungen dafür.

Im Vorfeld des Forums wurde vom Bildungsnetzwerk Steiermark ein Informationsblatt erstellt, welches MultiplikatorInnen in den Bereichen Soziales und Bildung eine erste Übersicht zu den Bildungs – und Beratungsangeboten für MigrantInnen bietet. Das Informationsblatt ist kostenlos im Bildungsnetzwerk erhältlich.

Für Rückfragen zum Thema:
Bildungsnetzwerk Steiermark – Regionalstelle Oberes Murtal
Irina Ehgartner
irina.ehgartner@eb-stmk.at
www.bildungsnetzwerk-stmk.at

Zusammenfassung der Themenschwerpunkte des Forums
In den Sozialwissenschaften bezeichnet der Begriff der Migration die dauerhafte oder vorübergehende Verlegung des Wohnsitzes von Personen. Als wesentliches Unterscheidungskriterium zur Bestimmung von Migration dienen einerseits die geographische Distanz, andererseits zeitliche Kriterien, Hinsichtlich der Distanz lässt sich zwischen interregionaler und internationaler Wanderung unterscheiden. Hinsichtlich des zeitlichen Kriteriums empfiehlt die UNO eine Klassifikation in dauerhafte Migration („long-term migration“) mit einem Aufenthalt von mehr als einem Jahr und kurzzeitige Migration („short-term migration“) mit einem Aufenthalt zwischen drei Monaten und einem Jahr.

Seit den 1960er Jahren bildet die Zuwanderung ein wesentliches Element der demografischen Entwicklung Österreichs. Was ursprünglich als rotation temporärer Aufenthalte für „ArbeitsmigrantInnen“ angedacht war, entwickelte sich im Lauf der Zeit de facto zur Einwanderung. Das galt insbesondere für jene ZuwanderInnen, die nach dem Anwerbestopp im Jahr 1974 in Österreich blieben.

Die Bedeutung von Migration für die Bevölkerungsentwicklung Österreichs wird an Hand der Tatsache deutlich, dass die Geburten – und Sterbefallzahlen seit mehreren Jahren von wanderungsbedingten Bevölkerungsbewegungen bei weitem übertroffen werden.

Österreich zählt in Europa noch immer zu den wichtigen Aufnahmeländern für AsylwanderInnen….Sowohl die quantitative Entwicklung als auch die Verteilung auf die wichtigsten Herkunftsländer von AsylwerberInnen spiegeln immer politische Umwälzungen, Krisen und kriegerische Ereignisse in den Herkunftsländern der Asylsuchenden wider, aber auch die Bereitschaft Österreichs zur Aufnahme von Schutzbedürftigen.

Die Rolle der Zuwanderung erläuterte beim Forum Dr. Rainer Münz
Dr. Rainer Münz Österreichs Bevölkerung wächst. 1970 hatte das Land 7 Millionen Einwohner. Heute sind es fast 8,4 Millionen. Und für das Jahr 2050 rechnet die Statistik Austria in ihrer jüngsten Prognose mit 9,5 Millionen Einwohnern.

Wichtigster Grund für den Zuwachs an Einwohnern ist die Zuwanderung. Seit dem Jahr 2000 betrug der Wanderungsgewinn jährlich zwischen 20.000 und 60.000 Personen. Dadurch wächst vor allem die Gruppe der ausländischen Staatsbürger.

Von ihnen kommen mehr ins Land als wieder abwandern. Zugleich verliert Österreich unterm Strich eigene Staatsbürger. Denn es wandern mehr Inländerinnen und Inländer ins Ausland ab als von dort zurückkommen. Ohne Zuwanderung aus dem Ausland würde die Einwohnerzahl Österreichs nicht mehr wachsen sondern beginnen zu schrumpfen.

Zuwanderung zwischen den 1960er und 1990er Jahren

Beträchtliche Zuwanderung aus dem Ausland gibt es in Österreich seit den 1960er Jahren. Zwischen 1961 und 1973 warb Österreich Arbeitskräfte aus dem Ausland an – vor allem aus dem damaligen Jugoslawien und aus der Türkei. Nach einiger Zeit zogen aus diesen Ländern auch Familienangehörige nach. Ab dem Ende der Anwerbung im Jahr 1973 gab es eine Zeitlang mehr Abwanderung als Zuwanderung.

Zu einem starken Anstieg der Zuwanderung kam es erst wieder nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Bis dahin hatten die meisten kommunistischen Regime ihren Bürgerinnen und Bürgern sowohl das Reisen ins westliche Ausland als auch die Auswanderung verboten. Verstärkt wurde die Zuwanderungswelle der 1990er Jahre durch ethnische Gewalt und Bürgerkriege auf dem Balkan. In großer Zahl flüchteten damals Menschen nach Österreich – zuerst aus Kroatien, später auch Bosnien, schließlich aus Serbien und dem Kosovo. Zuwanderung heute

Ab dem Jahr 2000 nahm die Zuwanderung erneut zu. Am schnellsten wächst derzeit die Zahl der Deutschen in Österreich. Zweitgrößte Gruppe unter den Neu-Zuwanderern sind Bürgerinnen und Bürger neuer EU-Mitgliedsstaaten in Ostmitteleuropa. Die derzeitige Zuwanderungswelle erklärt sich zweifellos aus der günstigen Wirtschaftslage in Österreich und aus der niedrigen Arbeitslosigkeit. Zugleich bewirkt der freie Zugang zum Arbeitsmarkt für Bürgerinnen und Bürger „alter“ EU-Staaten und die Niederlassungsfreiheit auch für Bürgerinnen und Bürger „neuer“ EU-Staaten, dass nun vor allem Menschen aus benachbarten Ländern nach Österreich kommen.

Ausblick

Zuwanderung verändert unsere Gesellschaft. Von den über 8,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Österreichs haben heute1,3 Millionen ihren Geburtsort im Ausland. Sie sind Zuwanderer der „ersten Generation“. Das sind 16 Prozent aller in Österreich lebenden Menschen. Unter ihnen sind über 500.000 Zuwanderer mit österreichischer Staatsbürgerschaft und etwas weniger als 800.000 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft: vor allem Türken, Deutsche, Serben und Bosnier. Beide Gruppen werden auch in Zukunft durch Einbürgerung bzw. durch weitere Zuwanderung aus dem Ausland wachsen.

Die demographische Prognose ist eindeutig: Unsere einheimische Bevölkerung altert. Und sie wird im 21. Jahrhundert schrumpfen. Dies bedeutet auch weniger einheimische Arbeitskräfte. Angesichts dieser absehbaren Entwicklung stellt sich die Frage: Wollen wir in den kommenden Jahrzehnten wieder Arbeitskräfte anwerben? Falls unsere Antwort „ja“ lautet, stellen sich aus heutiger Sicht mehrere weitere Fragen: Wie viele und welche Zuwanderer braucht unser Land? Woher werden qualifizierte Zuwanderer zukünftig kommen?

Da die demographische Lage in den meisten anderen EU-Staaten und in anderen hoch entwickelten Ländern ähnlich ist, wird es in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu verstärkter Konkurrenz bei der Anwerbung attraktiver Migrantinnen und Migranten kommen. Daher stellt sich – im Gegensatz zu der bisher dominierenden Haltung gegenüber Zuwanderung – weiters die Frage: Was können und wollen wir zukünftigen Zuwanderern bieten? Was sollen wir von ihnen verlangen?

Zuwanderung führt in der Regel zu einer ethnisch und religiös „bunteren“ Gesellschaft. Für sie stellt sich generell die Frage: Welche Grundwerte und Regeln benötigt eine solche Gesellschaft von morgen?

Islam in Österreich – Dr. Hannes Galter
Dr. Hannes Galter, Urania Steiermark Es wird in Zukunft nicht darum gehen, ob der Islam in Europa praktiziert wird, sondern wie.

Einerseits bestimmt die Religion immer stärker das Leben vieler Muslime, andererseits verliert sie ihre integrative Funktion. Dies bewirkt eine verstärkte Suche nach neuen Identitäten.

Wir müssen gleichzeitig festzustellen, dass die Integration von MitbürgerInnen muslimischen Glaubens in den Ländern der Europäischen Union bisher zu einem großen Teil versagt hat. Wirkt hier der Islam integrationshemmend? Keines der bekannten Integrationsdefizite – mangelnde Sprachkompetenz, Segregation, Traditionsbewusstsein, patriarchalische Familienstrukturen etc – ist in der Religion begründet. Unsere Verfassung fordert nichts, was der Islam verbietet und unser Strafrecht verbietet nichts, was vom Islam gefordert wird. Es gilt genau zu unterscheiden. Was ist religiös motiviert und was wurzelt in regionalen ethnischen Traditionen. Was ist religiöse Pflicht und was fromme Zusatzübung. Was propagandistisches religiöses Gehabe und was politische Zeichensetzung.

Die Zukunft des Islams spielt sich wahrscheinlich in Europa ab. Einerseits könnten Europas junge Muslime den Islam reformieren, andererseits sind sie auch anfällig für radikalislamische Ideen. Es ist offen, wie es weitergehen wird.

Welche Hilfestellungen können wir dabei anbieten? Die wichtigste wird sein, Wege zu bereiten, die es MigrantInnen möglich machen, die bürgerlichen Anforderungen der „neuen Heimat“ Europa/Österreich mit der Zugehörigkeit zur islamischen Glaubensgemeinschaft so zu verbinden, ohne dass eine der beiden Schaden nimmt. Gleichzeitig gilt es – im Hinblick auf muslimische Jugendliche – Wege aufzuzeigen, wie sich die traditionelle Welt des Elternhauses mit der dynamischeren Welt der Mehrheitsgesellschaft vereinbaren lässt, ohne dass ein mehr an Integration eine Entfremdung vom Elternhaus bedeuten muss, dass sie zwei kulturelle Systeme zur Auswahl haben, zwischen denen sie je nach emotionaler Situation hin und her switchen können. Österreich kann in diesem Prozess eine Vorreiterrolle einnehmen, da der Islam bei uns – anders als in anderen Staaten der EU – seit 1912 eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft ist.


Integrationsarbeit in der Region Oberes Murtal Ausgangssituation – Aufenthaltsstatus von MigrantInnen
Immer mehr Einrichtungen und Institutionen werden in der Region Oberes Murtal mit dem Thema Migration und Integration konfrontiert. Die Rechtslage von MigrantInnen, ihr Zugang zum Bildungs – und Arbeitsmarkt hängt von dem Aufenthaltsstatuts ab. Insofern macht es bezüglich einer möglichen Integration einen beträchtlichen Unterschied ob die betreffende Person AsylwerberIn, Konventionsflüchtling ist, oder sich im Rahmen des NAG (Niederlassung und Aufenthaltsgesetz) in Österreich befindet.

Diese unterschiedlichen Statusgruppen spiegeln sich auch im Bereich der diversen Integrationsangebote und Programme wider. Diese sind oftmals auf die Zielgruppen maßgeschneidert und unterliegen meist der Zuständigkeit von bestimmten Ressorts. Die praktische Umsetzung von Integrationsmaßnahmen weist somit ein hohes Maß an Differenzierung auf und kann auch nach innen sehr unterschiedlich ausgestaltet sein.

AsylwerberInnen

Das Asylgesetz 2005 definiert einen Asylwerber als „einen Fremden ab Einbringung eines Antrags auf internationalen Schutz bis zum rechtskräftigen Abschluss, zur Einstellung oder Gegenstandslosigkeit des Verfahrens“

Grundversorgung von AsylwerberInnen in der Steiermark

Gesetz vom 5. Juli 2005, mit dem die Grundversorgung von Asylwerbern im Zulassungsverfahren und von bestimmten anderen Fremden geregelt wird (Steiermärkisches Grundversorgungsgesetz – StGVG) Laut Steiermärkischem Grundversorgungsgesetz sind folgende Leistungen für die AsylwerberInnen vorgesehen:

  1. Unterbringung in geeigneten Unterkünften unter Achtung der Menschenwürde und unter Beachtung der Familieneinheit,
  2. Versorgung mit angemessener Verpflegung,
  3. Gewährung eines monatlichen Taschengeldes für Personen in organisierten Unterkünften und für ungeleitete minderjährige Fremde, ausgenommen bei individueller Unterbringung.
  4. Sicherung der Krankenversorgung durch Bezahlung der Krankenversicherungsbeiträge nach dem ASVG,
  5. Gewährung allenfalls darüber hinausgehender notwendiger, durch die Krankenversicherung nicht abgedeckter Leistungen nach Einzelprüfung,
  6. Maßnahmen für pflegebedürftige Personen,
  7. Information, Beratung und soziale Betreuung der Fremden durch geeignetes Personal unter Einbeziehung von Dolmetschern zu deren Orientierung in Österreich und zur freiwilligen Rückkehr,
  8. Übernahme von Transportkosten bei Überstellungen und behördlichen Ladungen,
  9. Übernahme der für den Schulbesuch erforderlichen Fahrtkosten und Bereitstellung des Schulbedarfs für Schüler,
  10. Maßnahmen zur Strukturierung des Tagesablaufs im Bedarfsfall,
  11. Gewährung von Sach– oder Geldleistungen zur Erlangung der notwendigen Bekleidung,
  12. Kostenübernahme eines ortsüblichen Begräbnisses oder eines Rückführungsbetrages in derselben Höhe,
  13. Gewährung von Rückkerberatung, von Reisekosten sowie einer einmaligen Überbrückungshilfe bei freiwilliger Rückkehr in das Herkunftsland in besonderen Fällen.

Problematik – kein oder geringer Zugang zu Deutschkursen

Nachdem die Problematik bekannt ist, dass Asylwerber oftmals jahrelang ohne Zugang zu entsprechenden Deutschkursen in Österreich leben, wurde die Aufforderung von Günther Bauer, dem Leiter des steirischen Flüchtlingsreferates, besonders erfreut aufgenommen: „Für Förderungen und finanzielle Unterstützung auf dem Gebiet der Integration von Flüchtlingen können Projektanträge an das Flüchtlingsreferat des Landes Steiermark gestellt werden.“


Deutschkenntnisse als wichtiger Faktor der Integration

Zugang zum Arbeitsmarkt

Kurt Wolfberger (AMS Judenburg) hebt einige der Schwierigkeiten der Eingliederung der MigrantInnen in die Arbeitswelt hervor:

Bei der Gruppe der ausländischen Arbeitslosen verschärft sich die Situation oftmals zusätzlich durch sprachliche Defizite, mangelnde Integration in die Gesellschaft und den im Allgemeinen niedrigeren Bildungsstand bzw. durch fehlende berufliche Qualifikation oder Praxis.

Der Einstieg ins Berufsleben ist gegenüber InländerInnen erschwert und die Dauer der Beschäftigung häufig kürzer als bei nichtausländischen Arbeitskräften. Speziell bei den Frauen sind diese Faktoren noch gravierender auftretend.

Um die rasche und dauerhafte Unterbringung am Arbeitsmarkt zu erreichen, ist vorrangig die Verbesserung der Sprachkenntnisse unumgänglich.

Im zweiten Schritt kann darauf aufbauend die Anpassung der Qualifikation an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes erfolgen. Sehr wichtig erscheint auch, dass die „Integration in die Gesellschaft“ gelingt.

Zugang zur Bildung
Dr.in Margit Ergert:

Die Sprache der umgebenden Gesellschaft nicht zu beherrschen macht sprachlos. Unzureichende Sprachkompetenz führt zu Kommunikationsbarrieren und Isolation, häufig auch zu einer Inferiorisierung der Personen.

Sprachwissenschaftliche Erkenntnisse erlauben eine Argumentation, mit welchen Maßnahmen und unter Berücksichtigung welcher Maxime ein sofort einsetzendes Sprachtraining (inkl. Schrift!) für jeden Zuwanderer Voraussetzung für einen erfolgreichen Integrationsprozess ist.

Gesellschaftspolitisch muss es ein Anliegen Österreichs sein, dafür zu sorgen, das menschliche, fachliche und intellektuelle Potential seiner Migranten zu öffnen. Der Schlüssel dazu ist eine sprachliche Kompetenz, die weit über Alltagskommunikation hinausgeht.

Deutschintegrationskurse
Ursula Irina Ptak

Seit 1.1.2003 müssen Personen aus Drittstaaten – mit Ausnahme von EWR-Bürgern – wenn sie länger als 6 Monate in Österreich bleiben wollen und eine Niederlassungsbewilligung beantragen, laut §14 des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes eine sogenannte „Integrationsvereinbarung“ eingehen, die den verpflichtenden Erwerb der deutschen Sprache vorsieht.

Seit 1.1.2006 umfasst der Kurs 300 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten, wobei am Ende des Kurses eine vom Österreichischen Integrationsfonds erstellte Abschlussprüfung auf dem Niveau A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen abgelegt werden muss. Bei dieser Prüfung kommt es darauf an, Alltagssituationen zu verstehen und zu bewältigen, gängige Formulare richtig auszufüllen sowie über die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen sprechen zu können.