Die Diözese baut ein Zentrum für Bildung, Kunst und Kultur

Bis 2025 wird das Priesterseminar in Graz für 15 Mio. Euro in ein Zentrum für Bildung, Kunst und Kultur umgestaltet. Bereits diesen Herbst soll das Bildungsforum Mariatrost einziehen.

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Foto (© Gerd Neuhold, Sonntagsblatt) v.l.n.r.: Regens Thorsten Schreiber, Ute Paulweber, Johannes Rauchenberger, Walter Prügger und Andreas Ehart.

Walter Prügger als Ressortleiter „Bildung, Kunst & Kultur“ in der Diözese freut sich, dass dieses Großprojekt in Angriff genommen wird. „An diesem besonderen Ort, rund um das Priesterseminar, gilt es, Synergien zu erzielen zwischen (Erwachsenen-)Bildungsangeboten sowie mehrspartigen Verbindungslinien zwischen Kunst und Religion.

Ute Paulweber, die Leiterin der Erwachsenenbildung der Diözese, informierte über die Einflechtung des Bildungsforums Mariatrost in das neue Zentrum für Bildung, Kunst und Kultur der Diözese:

Bildung stellt einen wichtigen Bereich kirchlichen Handelns im Dienst am Menschen dar, an der kirchlichen Gemeinschaft und an der Gesellschaft. Das Bildungshaus Mariatrost, das mit Ende des Jahres geschlossen wird, hat diesem Dienst stets Rechnung getragen. Um die vielfältige und qualitätsvolle Bildungsarbeit zur erhalten, die das Haus seit 1949 leistete, wird es als eigenständige Erwachsenenbildungseinrichtung unter dem Namen „Bildungsforum Mariatrost“ weitergeführt. Alle MitarbeiterInnen im administrativen und pädagogischen Bereich behalten ihre Anstellung.

Das Bildungsforum wird in Zukunft die Erwachsenenbildungsarbeit im urbanen Raum gestalten und koordinieren. Eine Bürogemeinschaft des Bildungsforums Mariatrost gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk wird mit Oktober im Priesterseminar verortet sein. Bereits in der Übergangszeit wird es vermehrt Bildungsveranstaltungen im Priesterseminar geben, aber auch andere Bildungsorte werden genutzt. Bestehende Bildungsformate von Mariatrost sollen weitergeführt werden, verschiedene neue Bildungsformate werden entwickelt, z. B. im Bereich der Digitalisierung. Zukünftige thematische Schwerpunkte sind das Format „Dialog am Dom“, gesellschaftspolitische Themen, Themen der Lebensbegleitung und spirituelle Angebote.

Eine neue Stelle „Bildungsmanagement“ wird als Service- und Informationsdrehscheibe im Ressort „Bildung, Kunst & Kultur“ eingerichtet. Diese steuert und koordiniert die Arbeit der Erwachsenenbildungseinrichtungen in der Diözese mit dem Ziel Innovation, Strategieorientierung und Schnittstellenmanagement (intern und extern) voranzutreiben. Die Stelle gilt als Kompetenzzentrum für Aus- und Weiterbildungen, zu deren Aufgaben auch die inhaltliche Auseinandersetzung in Bezug auf die Schwerpunktbereiche der Erwachsenenbildung und aktuelle Themen mit Fokus auf Synergien zählen. Darüber hinaus wird das Bildungsmanagement Koordinations- und Netzwerkarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Produktentwicklung, pädagogisch-didaktisches Service, Qualitätsmanagement und Zertifizierungen und Förderansuchen etc. leisten. Die Betreuung von Referentinnen/Referenten sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich des Bildungsmanagements.

Der Hausherr Regens Thorsten Schreiber wies darauf hin, dass sich mit der Öffnung des Hauses auch neue Kontakte ergeben können: „Wenn aus dem Gebäude Bürgergasse 2 ein Zentrum für Bildung, Kunst & Kultur in der Grazer Stadtkrone werden wird, in dem auch die erforderlichen Räumlichkeiten für die Priesterausbildung ihren Platz finden, dann ist das eine gute Möglichkeit, die ganzheitliche Bildung zum Priester durch die vielfältigen Kontaktmöglichkeiten, die sich dadurch ergeben können, zu fördern.“

Zu den wirtschaftlichen Dimensionen sprach Wirtschaftsdirektor Andreas Ehart. Er schätzt das Bauvolumen zwischen 15 und 20 Mio. Euro, die für die Adaptierung dieses großen Gebäudekomplexes notwendig seien. Auf den rund 25.000 Quadratmetern soll ein „Impulszentrum“, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Bedeutung haben soll, entstehen. „Das Impulszentrum soll ein gesellschaftlich offenes sein, daher soll auch die räumliche Situation geöffnet werden, wie z.B. ein Durchgang vom Freiheitsplatz, die Öffnung des Gartens, die Mitnutzung des Innenhofes, Einbindung von Gastronomie und die Gestaltung des Vorplatzes. Die Stadtkrone wird somit auch als Stadtteil mit einem neuen Schwerpunkt für Bildung, Kunst und Kultur aufgewertet“, so führte Ehart aus.

Für Johannes Rauchenberger, Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten, das ab 2025 dort angesiedelt sein wird, stellt diese Öffnung eine „Verheutigung“ von Kirche dar, die offen den Dialog mit der Gesellschaft suche. Rauchenberger: „Sowohl das kirchliche Erbe in Form von Kunst und Musik (um das Mausoleum) muss in diesem geplanten Zentrum einen Ort finden, als auch die Auseinandersetzung mit der Gegenwart sowohl in neuen Bildungsformaten als auch in Form zeitgenössischer Kunstformen in Lesungen, Ausstellungen, Konzerten und Diskursen.


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