peripherie - NL April 10 peripherieStudie – Bildungswünsche und –bedarfe von nicht erwerbstätigen bildungsbenachteiligten Frauen

 

Peripherie – Institut für praxisorientierte Genderforschung und agenda Chancengleichheit in Arbeitswelt und Informationsgesellschaft haben in drei österreichischen Regionen Recherchen und Interviews durchgeführt …

 

 

„…weil für mich hat es sowieso nie Angebote gegeben“

 

– Schulabschluss, Nichterwerbstätigkeit und Weiterbildung

Zahlen zur Weiterbildungsbeteiligung in Österreich zeigen, dass Menschen mit Pflichtschule als höchstem Abschluss und Nichterwerbstätige sich am wenigsten an den Angeboten der Erwachsenenbildung beteiligten. Frauen sind davon in ungleich höherem Ausmaß betroffen als Männer. Im Rahmen des Projekts learn forever wurde nach den Bildungswünschen und Bedarfen von nicht erwerbstätigen Frauen mit Pflichtschule als höchstem Abschluss gefragt. In Bezug auf gängige Angebote der Erwachsenenbildung sitzen diese Frauen zwischen allen Stühlen:

  • Wer nicht beim AMS als arbeitslos gemeldet ist, hat nur dann die Möglichkeit, von diesem eine Weiterbildung finanziert und/oder einen Beitrag zur Deckung des Lebensunterhalts zu bekommen, wenn sie/er gerade einer Personengruppe angehört, deren (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt arbeitsmarktpolitisches Programm ist.  
  • Wer nicht erwerbstätig ist, hat auch keine Möglichkeit, an betrieblicher Weiterbildung zu partizipieren.
  • Nicht erwerbstätige bildungsbenachteiligte Frauen verfügen zumeist über zu wenig Geld, sich eine Weiterbildung leisten zu können.  
  • Zudem fehlt es an geeigneten Lern- und Bildungsangeboten für Menschen, die sich schon länger nicht mehr an Weiterbildung beteiligt haben.

Studie – Bildungswünsche und –bedarfe von nicht erwerbstätigen bildungsbenachteiligten Frauen mit Pflichtschule als höchstem Abschluss

Peripherie – Institut für praxisorientierte Genderforschung und agenda. Chancengleichheit in Arbeitswelt und Informationsgesellschaft haben in drei österreichischen Regionen Recherchen und Interviews durchgeführt: im ländlichen Bezirk Oberpullendorf, in der nach wie vor industriell-strukturierten Bezirkshauptstadt Bruck an der Mur und in der dienstleistungsdominierten Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck.

Die interviewten Frauen haben aus vielfältigen Gründen den (Wieder‑)Einstieg in den Erwerbsarbeitsmarkt nicht geschafft bzw. sind aus diesem herausgefallen. Gleiches gilt für ihre Beteiligung an formalisierter Weiterbildung: Verschiedene Barrieren auf politischer, struktureller, sozialer und persönlicher Ebene spielen zusammen, dass diese Frauen wenig Nutzen in einer Weiterbildung sehen. Fehlende geeignete Lernangebote, ihre Perspektiven auf dem Erwerbsarbeitsmarkt, negative Lernerfahrungen in der Vergangenheit, lange Abwesenheiten von Erwerbsarbeit und Weiterbildung sowie die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung zählen zu diesen Faktoren.

 

Empfehlungen an die Erwachsenenpolitik

Aus den Ergebnissen der Studie wurden Empfehlungen an die Erwachsenenbildungspolitik und an regionale AkteurInnen der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik abgeleitet. Der Bogen der Empfehlungen spannt sich von der aktiven Ausrichtung der Bildungspolitik auf nicht erwerbstätige bildungsbenachteiligte Frauen über die Ausgestaltung von Förderprogrammen, die längerfristige Bildungsprozesse ermöglichen, bis hin zu Aktivitäten der Zielgruppenerreichung sowie zur Gestaltung von geeigneten Bildungsangeboten, die einen (Wieder-)Einstieg ins Lernen ermöglichen.

Die mit EU- und BMUKK-Mitteln finanzierte Studie kann auf der Homepage des Projekts learn forever nachgelesen werden: http://www.learnforever.at/

Die Studienergebnisse sind in der Kurzfassung zusammengefasst >>

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