ubz - NL April UBZ

Steirische Umweltbildungs-Enquete

Im Zuge der Steirischen Umweltbildungs-Enquete am 20.3.2012 wurde der Grundstein für eine „Umweltbildungsstrategie 2015-2025“ gelegt.

Anlass für diese Enquete waren 30 Jahre Umweltbildung in der Steiermark und gleichzeitig das 10-jährige Bestehen des Umwelt-Bildungs-Zentrums als Einrichtung des Landes. Umweltbildung hat in der Steiermark Tradition – bereits im Jahr 1981 begannen die ersten Aktivitäten. In den vergangenen 30 Jahren wurden unzählige Projekte, vor allem im schulischen Bereich umgesetzt, groß teils finanziert durch die öffentliche Hand. Seit dem Jahr 2001 fungiert das Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark als ein Netzwerkknoten in diesem immer wichtiger werdenden Bildungssegment. In einem Rückblick wurden Zeitzeugen und Wegbereiter interviewt und mit Bildern aus drei Jahrzehnten wichtige Projekte präsentiert.  

Umwelt-PeersDas Grundprinzip war und ist immer dasselbe: Kinder und Jugendliche werden für ein umweltrelevantes Thema wie z.B. Mülltrennung oder Klimaschutz sensibilisiert und tragen dieses Wissen dann ins Elternhaus. Hefte aus ungebleichtem Zellstoff, Errichtung von Schultümpeln, der Umgang mit (Trink-)wasser, Mülltrennung und -vermeidung – das sind nur einige wenige Beispiele für gelungene Bewusstseinsbildung.

Ein Festvortrag der Psychologin und Hochschulprofessorin Frau Dr. Luise Hollerer und Statements von steirischen SchülerInnen, die in ihren Schulen als Umwelt-Peers tätig sind, bildeten den Grundstein für eine „Steirische Umweltbildungsstrategie 2015-2025“. Nur über das „lebenslange Lernen“ werden letztendlich Erfolge möglich sein, wie sich bereits durch die UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ zeigt. Für die Steiermark scheint es an der Zeit, eine Strategie auch für die Umweltbildung zu entwickeln, die bis ins Jahr 2025 die Richtung weist und letztendlich unsere Lebensqualität sichert. Für die Umsetzung bietet sich der Zeitraum direkt anschließend an die UN-Bildungsdekade an.

Wie Frau Dr.in Hollerer in ihrem Vortrag bekräftigte, bietet Umweltbildung die Chance, sich mit sich selbst und der Umwelt zu beschäftigen. Gerade im urbanen Raum fehlt es den Kindern sehr oft an persönlicher Erfahrung mit Naturgegebenheiten (nass-kalt-heiß-schlammig, Jahreszeiten etc.), die ihre Sinne und ihre Seele fordern. Nun sind die PädagogInnen am Zug, dieses Manko auszugleichen, was aber im Schulalltag nicht immer möglich ist. „Kinder brauchen aber Begleiter/innen, die Fragen und Ideen der Kinder aufgreifen und sie mit Personen und  Materialien zusammenbringen, die ihre forschende Haltung unterstützen.  Personen, die Denkanstöße geben – die ermuntern zum Vor- und Nachdenken,  zum Neu- und Weiterdenken.  Personen, die für sie spezifische Themen,  Daten und Material aufbereiten und für geraume Zeit zur Verfügung stellen, um den forschenden Lernprozess zu ermöglichen“, so Dr. Hollerer. Aus diesem Grund wird Umweltbildung gerne an außerschulische Organisationen weitergegeben, die es den Kindern ermöglichen, sich wieder vertieft den Naturerfahrungen hinzugeben, was schlussendlich wichtig für ihre Persönlichkeitsentwicklung  ist.

Unterschreiben der Pedition Im Rahmen der Veranstaltung, bei der knapp 200 Leute anwesend waren, wurde von den Enquete-TeilnehmerInnen eine Petition für diese Strategie unterschrieben, die an die Steiermärkische Landesregierung gerichtet ist und vom UBZ übergeben wird.

ubz 01 - NL April UBZ Beim „Pädagogischen Bazar“ und in diversen Workshops erhielten die Gäste, darunter Lehrende vieler Schultypen, am Nachmittag Einblicke in die Arbeit des Umwelt-Bildungs-Zentrums. Sie hatten die Möglichkeit, ihr methodisch-didaktisches Fachwissen zu erweitern sowie für das nächste Schuljahr aus der breiten Angebotspalette die gewünschten Projektbetreuungen zu buchen. 

Danke an die Zeitzeugen, die sich für die Interviews zur Verfügung gestellt haben, die Umwelt-Peers für ihren aktionistischen Beitrag, Herrn Bernd Chibici für die tolle Führung durch das Vormittagsprogramm, Frau Dr. Luise Hollerer für den  Festvortrag und auch an unseren Gastgeber, dem Team des Raiffeisenhofs, das mit dem reibungslosen Ablauf der Organisation vor Ort zum Gelingen der Enquete beigetragen hat.


Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark
Brockmanngasse 53, A-8010 Graz
Tel:++43-316-835404-4
Fax:++43-316-817908
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