LAND STEIERMARK MIT NEUER „LLL-STRATEGIE 2011-2015“!!! 

Die Landesregierung hat kürzlich erstmals eine Strategie der Erwachsenenbildung/Weiterbildung im Rahmen des lebensbegleitenden Lernens beschlossen.

Im Regierungsprogramm „Reformpartnerschaft“ bekennt sich die Landesregierung mehrfach zu Schwerpunkten im Rahmen des „Lebenslangen Lernens“, so u.a. unter Punkt 

IV. Bildung, Forschung, Wissenschaft, Kultur 

Die Steiermark war immer ein Land der schulischen Innovation. Sie soll sich zu einem Bildungsvorzeigeland entwickeln – vom Kindergarten bis zu den Universitäten und Fachhochschulen. Ziel ist eine gemeinsame Bildungsoffensive, die durch die Zusammenarbeit aller am Bildungswesen Beteiligten, insbesondere der Schulpartner, die Bildungsergebnisse verbessert. 
Daher wird ein regionaler Bildungsplan für die Steiermark erstellt, der den strategischen Rahmen für die nächsten Jahre bildet.

Die Erarbeitung eines Bildungsplanes soll jedoch nicht auf den schulischen Sektor eingeschränkt werden, sondern vielmehr alle Bildungsbereiche im Sinne des auch von der EU bzw. der Bundesregierung forcierten Prinzips des „Lebenslangen Lernens“ umfassen. 

Für den Bereich „Erwachsenenbildung/Weiterbildung“ liegen die Voraussetzungen zur Implementierung in einen solchen Plan bereits vor, da sie schon im Rahmen der von der Landesregierung beauftragten Studie „Perspektiven des lebenslangen Lernens im Rahmen der Erwachsenenbildung in der Steiermark“ (PERLS) erarbeitet wurde. 

Erwachsenenbildung als Teil des lebensbegleitenden Lernens ist in den letzten Jahren ein immer wichtigerer Faktor in der Lebensgestaltung geworden. Im europäischen und nationalen Kontext (LLL-Strategie:2020) ist dies auch unter dem Begriff „social cohesion“ zu verstehen. Gesamtösterreichisch betrachtet ist dieser Bereich gemessen an der Anzahl der Teilnahmen an den Angeboten der Erwachsenenbildung zum größten Bildungssektor in Österreich nach den Schulen und vor den Einrichtungen der tertiären Bildung geworden.

Die sich rasant verändernden Entwicklungen erfordern eine geänderte Beachtungs- und Vorgangsweise, da die enger werdende Verflechtung von beruflicher und allgemeiner Erwachsenenbildung entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen muss.

Dazu kommt, dass man in der Vergangenheit eine strikte Trennung von „Bildung“ (= Schulsystem) und „Erwachsenenbildung“ praktiziert hat, die nicht mehr zeitgemäß ist. Es galt das Prinzip, dass in Österreich erst Personen über 18 Jahren als der Erwachsenenbildung zugehörig erachtet wurden. Heutzutage ist man der Auffassung, dass Menschen, die die Schulpflicht erfüllt haben, zur „Erwachsenenbildung“ zu zählen sind, auch wenn sie das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

Ebenso ist festzuhalten, dass unter den Prämissen des lebensbegleitenden Lernens alle Generationen gemeint sind und daher auch Menschen in der nachberuflichen Phase für die Erwachsenenbildung von großer Relevanz sind.

Aus diesem Ansatz heraus ergibt sich für das Land Steiermark – unabhängig von den derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen – eine besondere Verantwortung, um die Mindestanforderungen für ein bedarfsorientiertes, zukunftsfähiges Angebot im Bereich des lebensbegleitenden Lernens zu gewährleisten.

Im Vordergrund muss dabei nicht nur die inhaltlich-thematische Bandbreite, sondern vor allem das angestrebte Ziel einer möglichst flächendeckenden Versorgung, speziell in den ländlichen Regionen stehen.

Vorrangig geht es dabei um Leitlinien, Schwerpunkte, Visionen und Maßnahmen in folgenden Bereichen: 

  1. Grundversorgung/Regionalisierung
  2. Grund- und Basisbildung
  3. „Förderinitiative Erwachsenenbildung“
  4. Integrative Bildung und soziale Inklusion
  5. Bildung im Alter
  6. Förderung der Lesekompetenz durch Öffentliche Bibliotheken
  7. Qualitätssicherung
  8. Steirische  Weiterbildungsdatenbank
  9. Bildungsinformation und Bildungsberatung  

Ein umfassender Ansatz

Diese angeführten Punkte unterstreichen einerseits den Stellenwert und die Bedeutung der Erwachsenenbildung, andererseits wird eindrucksvoll die zunehmende Kongruenz von „Allgemeiner Erwachsenenbildung“ und „Beruflicher Erwachsenenbildung“ sichtbar. Im selben Kontext sind auch die Öffentlichen Bibliotheken in der Steiermark zu sehen, die unter den Prämissen des lebensbegleitenden Lernens eine wichtige Weiterbildungsfunktion haben.

Download unter:

http://www.verwaltung.steiermark.at/cms/dokumente/10645300_18309924/33efc0cc/LLL%20Strategie%20Steiermark%202011%20bis%202015.pdf 

Informationen: 

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

A3-Wissenschaft und ForschungFachstelle für Erwachsenenbildung und Öffentliche Bibliotheken 

Trauttmansdorffgasse, 28010 Graz

Tel. (0316)877-2724