„Perspektiven der Erwachsenenbildung

im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark“ (PERLS)

Am 23. November 2009, 15:00 Uhr im Landesarchiv des Landes Steiermark,
Wartingersaal, Karmeliterplatz 3, 8010 Graz

Landesrätin Mag.a Elisabeth Grossmann, das Bildungsnetzwerk Steiermark und die Alpen-Adria Universität Klagenfurt laden zur Abschlussveranstaltung des Projektes PERLS ein.

Die Ergebnisse dieses Projektes, die als Rahmenbedingungen für künftige Entwicklungen in der Erwachsenenbildung vorliegen, stehen zur Diskussion.


PERLS – „Perspektiven der Erwachsenenbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark“


Um Perspektiven entwickeln zu können, bedurfte es der Klärung einiger grundsätzlicher Fragen: 

Was wird unter Erwachsenenbildung verstanden?
Was ist eine zeitgemäße Definition von Erwachsenenbildung?
Wann kann von EB-Einrichtungen gesprochen werden?
Welches Bildungsverständnis liegt den Leitlinien des LLL zugrunde? 

In umfangreichen Diskussionsprozessen in Steuerungs- und Fokusgruppen wurde unter anderem an diesen Fragestellungen gearbeitet. Die Ergebnisse dieses Projektes, die als Rahmenbedingungen für künftige Entwicklungen in der Erwachsenenbildung vorliegen, stehen nun zur Diskussion. Als primäres Ziel des Projektes stand die Entwicklung von Perspektiven der Erwachsenenbildung im Kontext des lebenslangen Lernens in der Steiermark. In einem ersten Schritt erfolgte die Erstellung einer Landkarte mit Anbietern der steirischen Erwachsenenbildung.  Anschließend daran wurde der Prozess einer Entwicklung von Leitlinien begleitet und Vorschläge für Förderkriterien für die Erwachsenenbildung entwickelt. Überlegungen zu einer rechtlichen Verankerung sowie Perspektiven eines künftigen Systems des lebenslangen Lernens in der Steiermark schließen das Projekt ab.

Vor allem die Perspektiven für die steirische Erwachsenenbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens stellen ein zentrales Moment der Abschlussveranstaltung dar. Diese Veranstaltung soll neue Wege der Umsetzung der Strategien des lebenslangen Lernens in der Steiermark aufzeigen. 


Programm:

Moderation: Mag. Christian Stenner (KORSO)

15:00 – 15:10        Begrüßung und Einleitung: LRin Mag.a Elisabeth Grossmann (Land Steiermark)

15:10 – 16:00        Projektpräsentation: Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Elke Gruber(Universität Klagenfurt)

16:00 – 16:15        kurze Nachfragemöglichkeit

16:15 – 16:45        Kaffeepause

16:45 – 18:15        Podiumsdiskussion

                              „Perspektiven der Erwachsenenbildung im Rahmen des LLL in derSteiermark“:

                              Mag.a Grete Dorner (Bildungsnetzwerk Steiermark),

                              Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Elke Gruber(Universität Klagenfurt),

                              Mag. Martin Netzer(Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur),

                              Mag. Karl-Heinz Snobe (AMS Steiermark)

18:15 – 20:00       Abschluss mit kleinem Imbiss

 

Aus organisatorischen Gründen wird um verbindliche Anmeldung bis 17. November 2009 bei Bianca Frewein (bianca.frewein@stmk.gv.at oder 0316/877-2599) ersucht.
 


DAS PROJEKT

perls 01 - NL November PERLS Das Projekt „Perspektiven der Erwachsenenbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark“ (kurz: PERLS), welches vom Land Steiermark und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur finanziert wird, wird seit Anfang Februar 2008 von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Abteilung Erwachsenen- und Berufsbildung in Kooperation mit dem Bildungsnetzwerk Steiermark durchgeführt.

Erstmals erfolgte in Österreich eine umfasse Analyse zur Erwachsenenbildung/Weiterbildung in einem Bundesland. Exemplarisch am Beispiel der Steiermark wird deutlich, welchen Herausforderungen die Erwachsenenbildung/Weiterbildung in den nächsten Jahren gegenüber steht und welche Perspektiven entwickelt werden müssen, um diesen Herausforderungen entsprechend begegnen zu können. 

Projektidee von PERLS war die Entwicklung von Perspektiven und Strategien der Erwachsenenbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark. In einer wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft wird lebenslanges Lernen (LLL) zu einem wichtigen Faktor. Die Erarbeitung von Perspektiven für ein System des lebenslangen Lernens in der Steiermark stellt einen ersten Schritt in diese Richtung dar. Erwachsenenbildung und Weiterbildung ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden; auch bildungspolitisch erfährt sie eine zunehmende Bedeutung. Aufgrund dessen wird die Transparenz der Erwachsenenbildung/Weiterbildung zunehmend wichtiger. Doch bis dato fehlen noch immer grundlegende Informationen von AnbieterInnen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung.

Insgesamt gliederte sich die knapp zweijährige Entwicklungsarbeit von PERLS in sechs Teilschritte:

 

Im ersten Schritt erfolgte eine Ist-Standerhebung von AnbieterInnen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark. Die Ergebnisse dazu werden in Form einer Landkarte dargestellt. Damit eine Eingrenzung sowie eine Kategorisierung der unterschiedlichen AnbieterInnen von Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark möglich wurde, waren nicht nur eine Begriffsbestimmung von Bildung, lebenslangen Lernen, Erwachsenenbildung/Weiterbildung und AnbieterInnen notwendig, sondern es mussten auch Grundvoraussetzungen für AnbieterInnen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung formuliert werden.

Im zweiten Schritt erfolgte die Entwicklung von Leitlinien und einem Selbstverständnis der Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark. Recherchen zur Leitbildentwicklung zeigten eine deutliche Hinwendung von Leitbildern hin zu Leitlinien, daher wurde für die Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark kein Leitbild, sondern Leitlinien und ein Selbstverständnis formuliert.

Im dritten Schritt wurden Förderkriterien für die Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark erarbeitet. Die Förderkriterien, die eine notwendige aber keine hinreichende Voraussetzung für Förderungen darstellen sind dabei nicht losgelöst von den Leitlinien und dem Selbstverständnis zu betrachten; sie sind den Leitlinien und dem Selbstverständnis der Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark verpflichtet. Im Rahmen der Projektarbeit PERLS erfolgte nicht nur eine ausführliche Analyse der Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark, sondern es wurden auch Überlegungen zu einer rechtlichen Verankerung der Erwachsenenbildung/Weiterbildung getroffen.

Im vierten Schritt erfolgte daher ein Vorschlag zur rechtlichen Verankerung der Erwachsenenbildung/Weiterbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark.

Zudem wurde in einem fünften Schritt ein Besetzungsvorschlag für einen Beirat zur Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark vorgelegt. Dieser Beirat soll sich primär mit beratenden, aber auch intensiv mit strategischen Fragen im Bereich der Erwachsenenbildung/Weiterbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark beschäftigen.

Im sechsten Schritt wurden Perspektiven der Erwachsenenbildung/Weiterbildung im Rahmen des lebenslangen Lernens in der Steiermark formuliert. Für die Entwicklungsarbeit der Perspektiven stellten die Leitlinien und das Selbstverständnis der Erwachsenenbildung/Weiterbildung eine wichtige Grundlage dar; von den Leitlinien und dem Selbstverständnis wurden Herausforderungen sowie Handlungsfelder und Perspektiven für die Erwachsenenbildung/Weiterbildung in der Steiermark abgeleitet, die später durch Strategiegespräche mit bildungs- und wirtschaftspolitisch verantwortlichen Persönlichkeiten konkretisiert wurden.

 In die gesamte Entwicklungsarbeit von PERLS waren relevante Akteure und Akteurinnen der steirischen Erwachsenenbildung/Weiterbildung mit eingebunden. Aufgrund dessen ist von einer hohen Akzeptanz der Ergebnisse innerhalb der Interessengruppen auszugehen. Die Ergebnisse von PERLS weisen eine hohe bildungspolitische Relevanz auf, sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Unter anderem soll dadurch auf Ebene der AnbieterInnen eine längerfristige Planungssicherheit erreicht werden, die wiederum zu qualitätsvollen und innovativen Angeboten für die Teilnehmenden der Erwachsenenbildung/Weiterbildung beitragen.