4 Grundprinzipien, 5 Leitlinien, 8 Schlüsselqualifikationen, 10 Aktionslinien …

Mitten im Sommer erschien die Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich

LLL : 2020 – die Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich

(ein Auszug aus der Präambel)

Wichtigstes Kennzeichen der österreichischen Strategie zum lebensbegleitenden Lernen ist der ganzheitliche Ansatz, der alle Lernbereiche berücksichtigt. Die frühkindliche Erziehung ist ebenso angesprochen wie der Schulbereich, die Berufsbildung, die tertiären Bildungsangebote, die allgemeine Erwachsenenbildung und die betriebliche Weiterbildung. Nicht-formalen Bildungswegen – wie u.a. Seminaren und Kursen – kommt deshalb ebenso große Bedeutung zu wie den formalen Bildungswegen, die an Schulen oder Hochschulen absolviert werden. Auch für eine verbesserte Anerkennung informeller Lernprozesse – wie z.B. Lernen am Arbeitsplatz oder im Rahmen einer Tätigkeit für NGOs – werden wichtige Weichenstellungen vorgenommen.

Der ganzheitliche Ansatz verdeutlicht darüber hinaus, dass lebensbegleitendes Lernen nicht auf bildungspolitische Fragen reduziert werden kann. Österreich hat ein umfassendes und diversifiziertes Bildungs- und Ausbildungssystem, das historisch gewachsen ist. Die Strategie für lebensbegleitendes Lernen ist eine umfassende Orientierung für die Zukunft. Die unterschiedlichen Politikbereiche Bildung, Integration, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Soziales, Finanzen und Regionales sind gefordert, dabei konzertiert vorzugehen. Die Ansätze sind aus der Perspektive der Lernenden heraus miteinander zu verknüpfen, um einen entsprechenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Wissens- und Kompetenzressourcen in Österreich und in der EU zu leisten. Europa und damit auch Österreich dürfen im Wettlauf der Wissensökonomien nicht zurückstehen.

Bildungsausgaben werden dabei als Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft verstanden und müssen unabhängig von ihrer konkreten inhaltlichen Ausprägung auch unter Effektivitäts- und Effizienzgesichtspunkten gesehen werden. Die LLLStrategie bezweckt keine Regulierung der verschiedenen Bildungsaktivitäten in Österreich, sondern soll die vorhandenen Ressourcen besser nutzbar machen und, wo es notwendig ist, besser aufeinander abstimmen.

Das Arbeitspapier LLL:2020 des Bundes dient als Referenzdokument für die Umsetzung der LLL-Strategie unter Berücksichtigung der verschiedenen Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereiche. Auf diese Weise soll ein Institutionen und Verantwortungsbereiche übergreifender Rahmen für die konzertierte strategische Ausrichtung einzelner Maßnahmen auf ein gemeinsames Wirkungsziel hin geschaffen werden.

 

In diesem Dokument sind strategische Ziele, Leitlinien, Grundprinzipien und Schlüsselqualifikationen definiert und die österreichischen Aktionslinien beschrieben.

Hier etwa die Grundprinzipien und strategischen Leitlinien, die bei der Umsetzung der LLL-Strategie generell zu berücksichtigen sind:

 

4 Grundprinzipien als Querschnittsthemen:

  • Gender und Diversity
  • Chancengerechtigkeit und soziale Mobilität
  • Qualität und Nachhaltigkeit
  • Leistungsfähigkeit und Innovation

5 strategischen Leitlinien:

  1. Lebensphasenorientierung
    Bildungsprozesse altersunabhängig und altersadäquat ermöglichen
  2. Lernende in den Mittelpunkt stellen
    Verschränkung von Lernorten, Entwicklung neuer Lernarchitekturen und neuer Lehr- und Lernformen, Flexibilisierung von Lernen, Weiterentwicklung der Rolle der Lehrenden
  3. Life Long Guidance
    umfassende Unterstützung der Lernenden, Verbesserung und Ausbau der Beratung, Professionalisierung der BeraterInnen
  4. Kompetenzorientierung
    Transparenz und Vergleichbarkeit von Qualifikationen, Weiterentwicklung von Kompetenzportfolioinstrumenten, Anerkennung von informellem Wissen und Kompetenzen
  5. Förderung der Teilnahme an LLL
    Stärkung von Bildungsmotivation und Freude am Lernen, Anreiz- und Fördermaßnahmen

LLL : 2020 Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich (pdf ca. 6 MB) >>