Basisbildung Oberes Murtal | ||||||||||||||||||
Die aktive Integration von Menschen in das Bildungssystem, die Basiskompetenzen nicht ausreichend erwerben konnten, ist eine der Voraussetzung für lebenslanges Lernen. Welche Perspektiven haben Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen die Fähigkeiten wie Lesen, Rechnen und Schreiben nicht oder nur unzureichend erlernen konnten? Welche Orientierungsmöglichkeiten gibt es für sie in unserer „Welt der Zahlen“ und „textgestützten Informationsgesellschaft? Das Bildungsnetzwerk Steiermark stellt sich diesen Fragen und hat in den vergangenen Jahren im oberen Murtal einen Prozess initiiert und führt nun in Folge ein Pilotprojekt durch. Bildungslandesrätin Dr.in Bettina Vollath betont: „Basisbildung ist ein wesentliches und unverzichtbares Fundament des Bildungswesens. Um das vielfältige Angebot, das zur Weiterbildung besteht, auch in der Tat zugänglich und nutzbar zu machen, muss eine tragfähige Basis durch entsprechende Grundbildung geschaffen werden.“ Der Projektstart erfolgte im Februar 2008 Das Bildungsnetzwerk Steiermark hat gemeinsam mit ISOP (Innovative Sozialprojekte) GmbH und dem IFA Steiermark (Institut für Arbeitsmarktbetreuung und -forschung) das Projekt „Basisbildung Oberes Murtal“ initiiert. Das vom bm:ukk und dem Land Steiermark, Ressort Bildung-Jugend-Frauen-Familie geförderte Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung von Basisbildung in der Region zu verankern und konkrete Kurs- und Beratungsangebote aufzubauen. Als Modellregion zur Umsetzung wurde das Obere Murtal ausgewählt. Zielsetzung des Projektes ist die Erhöhung von Kompetenzen Jugendlicher und Erwachsener mit geringer Basisbildung und ihre nachhaltige Integration in die wissensbasierte Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Projektumsetzung stehen folgende Maßnahmen: | ||||||||||||||||||
1. Die öffentliche Thematisierung - Basisbildung als Thema in der öffentlichen DiskussionDass Menschen auch nach Absolvierung der Pflichtschule über nicht ausreichende Kenntnisse in den Kulturtechniken verfügen, wird in der Öffentlichkeit nach wie vor zu wenig diskutiert. Unser Projekt möchte dazu beitragen, die Bedeutung des Themas den Menschen der Region näher zu bringen und ein positives Bild der Basisbildung zu vermitteln. Das Projekt entwickelt und verbreitet Infomaterial, organisiert Vernetzungstreffen, Fachtagungen und bietet Workshops für Bildungseinrichtungen und regionale AkteurInnen. Die Medien werden in die Aktivitäten mit eingebunden und Ergebnisse werden auf der Gemeinde-, Regions- und Landesebene kommuniziert.
2. Aufbau von ExpertiseDurch die umfangreiche Kommunikations- und Netzwerktätigkeit (informelle Gespräche, Herausgabe eines regionalen Newsletters, Netzwerktreffen, zahlreiche Kooperationsgespräche und Medienarbeit) konnte das Thema in der Region stark verankert werden. Eine Fachtagung „Basisbildung (er-)öffnet Türen und neue Chancen – Lesen, Schreiben und Rechnen für Erwachsene“ wurde im November 08 im Schulungszentrum Fohnsdorf abgehalten, an der über 60 Personen aus 28 unterschiedlichen Einrichtungen teilgenommen haben. Kurzbericht zur Fachtagung Basisbildung >>
3. Erhebung des Bedarfs an Basisbildung und umfassende ZielgruppenanalyseIFA und ISOP führten gemeinsam eine Analyse der Region durch. Die unterschiedlichen, regionalspezifischen Bildungsbedarfe der Menschen mit wenig Basisbildung wurden dabei erforscht. Praxisrelevante quantitative (Größenordnungen) und qualitative (Bildungsbedürfnisse) Erkenntnisse über die möglichen Zielgruppen in der Region gesammelt. Größenordnung, Bildungsbedürfnisse, aber auch Wünsche und Hoffnungen der Menschen wurden ermittelt. Damit ist diese Modellregion die erste, die in Bezug auf Basisbildung tiefer gehend analysiert wurde.
Die Zielgruppenanalyse Die umfassende Zielgruppenanalyse liegt vor. IFA führte auf regionaler Ebene insgesamt 32 Interviews mit 38 beteiligten Personen durch, die von Weiterbildungsträgern, Interessenvertretungen und Sozialpartnern, arbeitsmarktpolitischen Einrichtungen, Gemeinden und Behörden, Berufsschulen u.ä.m. stammten. IFA hat dabei im Rahmen seiner Recherche eine Reihe von exemplarischen Risikogruppen in der Region herausgearbeitet: AbgängerInnen aus Pflichtschulen (ca. 14,5 %); Lehrlinge (60% -80%), Jugendliche in berufsvorbereitenden Maßnahmen, arbeitslos gemeldete Personen gesamt (36%), Langzeitbeschäftigungs- Langzeitarbeitslose (44%) und ungelernt unselbstständig Beschäftigte / Hilfskräfte.
Bedarfsanalyse Die Analyse von ISOP konzentriert sich auf die konkreten Zielgruppenbedürfnisse, die durch eine Zusammenarbeit mit Schulen der Region erhoben werden. Diese Analyse dient in weiterer Folge als Grundlage für die Kurs- und Angebotsentwicklung.Zeitrahmen: 2009 – April 2010 Im Rahmen des Projektes wird eine Ausbildung für BasisbildungstrainerInnen angeboten und in Zusammenarbeit mit dem „Netzwerk Alphabetisierung und Basisbildung“ durchgeführt. Die Kosten für die Teilnahme an der Ausbildung werden vom Projekt übernommen. Regionale BildungsanbieterInnen können ihre TrainerInnen auf das Betätigungsfeld Basisbildung vorbereiten. 5. AngebotsentwicklungAuf Basis der Ergebnisse der regionalen Analyse werden gemeinsam mit den BildungsanbieterInnen Kurs- und Beratungsangebote im Bereich der Basisbildung entwickelt und in weiterer Folge umgesetzt.Das Projekt unterstützt dabei die Bildungsinstitutionen in Form von Workshops und Beratungen und stellt Kontakte zu ExpertInnen und Netzwerken her. | ||||||||||||||||||
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| ProjektpartnerInnen Basisbildung Oberes Murtal | ||||||||||||||||||
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