TagderWB2015_Programm

Tag der Weiterbildung 2015

Symbiose Erwachsenenbildung und Regionalentwicklung –

damit lebensbegleitendes Lernen gelingt

26.11.2015, 13-17 Uhr im Bildungshaus Schloss Retzhof


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13.00 Uhr  
Begrüßung
 

Joachim Gruber (Bildungshaus Schloss Retzhof)

Landtagsabgeordnete Bernadette Kerschler (als Überbringerin der die Grußworte von Bildungslandesrätin Ursula Lackner),

Hannes Galter (Bildungsnetzwerk Steiermark, Urania Steiermark)

 

13.20 Uhr  
„Voraussetzungen für bedarfsorientiertes Lernen in der Region“
 

Lernen in der Peripherie. Über die räumliche Neuorganisation sozialer Nähe und die Rolle der Erwachsenenbildung

Vortrag: Rudolf Egger (Universität Graz)

Der ländliche Raum in Österreich war und ist beständig demographischen und ökonomischen Umwälzungen unterworfen. Zu den größten Herausforderungen mit denen viele ländliche Regionen zu kämpfen haben, gehören heute die Abwanderung junger, gebildeter Personen in die urbanen Ballungszentren und eine damit verbundene Homogenisierung der ländlichen Gesellschaft. Verschärfend wirkt hier der Faktor, dass ländliche Gebiete, wie auch die OECD aufzeigt, ein niedriges öffentliches Dienstleistungsangebot aufweisen, eine Versorgung mit unterstützenden Institutionen beispielsweise im Bildungsbereich daher häufig nicht ausreichend gegeben ist.

Ist eine nachhaltige Verbesserung der sozialen und regionalen Bildungsgerechtigkeit noch Thema in unserer Gesellschaft, ist das Verhältnis des sogenannten öffentlichen Raums und der privaten Verfügungsbereiche immer wieder zu bestimmen. Regionalisierende Festschreibungen sozialer und materieller Gegebenheiten bzw. deren wirtschaftlichen Inklusions- und Exklusionsphänomene sind Ausdruck gesellschaftspolitischer Selbstvergewisserungsprozesse, welche Lebensbedürfnisse öffentlich sichergestellt werden (müssen) und inwieweit der Staat eine solche Sicherstellung als demokratiepolitischen Sicherungsauftrag versteht.

Die Paradigmen Markt oder Staat, Eigenverantwortung oder Gemeinwesen sind hierbei zwar auf vielen Ebenen grundsätzlich kombinierbar, letztlich müssen aber zwei Fragen geklärt werden: Wie viel Ungleichheit kann eine Gesellschaft ertragen und welches Verhältnis von Gesellschaft und Individuum wird dabei vorausgesetzt?

Input von und offene Diskussion mit:

Grete Dorner (Bildungsnetzwerk Steiermark) und

Günther Monschein (Land Steiermark, Abteilung 17 Landes- und Regionalentwicklung) 

 

Moderation: Hannes Galter

 

14.45 Uhr  
Kaffeepause
15.15 Uhr  
„Bildung – Schlüsselressource in der Regionalentwicklung“
 

Vortrag: Gerlind Weber

Die demographische Entwicklung vieler ländlich geprägter Regionen und Gemeinden ist dadurch gekennzeichnet, dass ihre Bevölkerungszahl stark rückläufig ist. Dies gründet vor allem darin, dass diese Räume unter einem anhaltenden Schwund an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen leiden. Der fehlende Nachwuchs offenbart sich in einem Mangel an Kindern schon im Vorschulalter und setzt sich über die Volks-, Haupt und Neue Mittelschule fort. Während die bis zur Matura führenden Schulen noch nicht an Schülermangel leiden, klafft kontrastierend dazu ein immer größer werdendes Loch bei denjenigen jungen Leuten, die sich für eine Lehre entscheiden.

Ganz prekär wird die Situation aber dadurch, dass einer der wichtigsten „Exportschlager“ strukturschwacher ländlicher Räume die Studierenden und BerufseinsteigerInnen zu sein scheinen. Die Städte ziehen die bildungshungrigen „Landinger“ an und binden diese durch ein attraktives Ausbildungs-und Arbeitsplatzangebot langfristig an sich. Dieser fortgesetzte „Aderlass“ an Hoch-Qualifizierten und Ambitionierten wird aber zunehmend zum Entwicklungshemmnis in den Herkunftsregionen. Ein Teufelskreis tut sich dort auf: Durch Bildung soll der fehlende Nachwuchs am Land regionalökonomisch kompensiert werden. Zugleich ist Bildung aber ein entscheidender Treiber gerade für die Landflucht. Worin sind Lösungen für die solcher Art unter Druck stehenden ländlichen Räume zu finden?

Input von und offene Diskussion u.a. mit:

Irina Ehgartner (Bildungstreff Oberes Murtal) und

Gerwig Romirer (Stift St. Lambrecht) 

Moderation: Grete Dorner

 

17.00 Uhr  Abschließendes Resümee

 

 


Der Tag der Weiterbildung ist eine Kooperation von Bildungsnetzwerk Steiermark, Land Steiermark und Bildungshaus Schloss Retzhof.

 

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